Das Leid verfolgter Christen kann uns nicht gleichgültig sein

Sabatina James über die prekäre Lage christlicher Familien in ihrem Heimatland Pakistan

Liebe Leserin, lieber Leser,

jeden Tag werden in der Islamischen Republik Pakistan christliche Mädchen verschleppt, vergewaltigt oder ermordet. Sie werden Opfer von sexueller Ausbeutung oder Zwangsheirat. Wie im Fall von Asma Yaqoob, die sich weigerte, ihren Glauben aufzugeben und einen Muslim zu heiraten. Der Täter, Muhammad Rizwan Gujjar, klingelte eines Tages an ihrer Haustür. Als die junge Frau das Tor öffnete,

zündete er sie an. Asmas Vater erzählt: „Wir rannten zur Tür, als wir die schmerzvollen Hilfeschreie meiner Tochter hörten. Ihr Körper war vollständig in Flammen.” Mit 90 Prozent Verbrennungen starb Asma am nächsten Tag in einem Krankenhaus in Lahore.

 

Unsere Hilfe ist gefragt

Ähnlich erging es „Sarah”, die vom Balkon eines hohen Gebäudes hinuntergeworfen wurde, weil sie nicht zum Islam konvertieren und ihren Peiniger heiraten wollte. Mit schweren Verletzungen konnte sie durch unsere Mitarbeiter in Sicherheit gebracht und langfristig medizinisch versorgt werden.

Wer arm, christlich und weiblich ist, muss in Pakistan oft die härteste Verfolgung ertragen. Selbst kleine Mädchen werden nicht verschont. In unserem Schutzhaus „Mary’s Refuge” (Marias Zuflucht) in Punjab befinden sich Dutzende christlicher Mädchen, die als Waisenkinder oder Opfer körperlicher Misshandlung bei uns aufgenommen wurden. Einige von ihnen waren gerade einmal acht Jahre alt, als sie der Gewalt entflohen sind. In Ländern wie Pakistan, wo die systematische Diskriminierung von Christen kulturell und staatlich akzeptiert und geduldet wird, haben die Verfolgten keinen Nächsten außer uns. Sie sind auf unsere Hilfe angewiesen. Hier sind wir in unserer Liebe gefragt und herausgefordert.

 

Misshandelt, weil sie Jesus bezeugen

Jesus sagt, dass man daran erkennen kann, ob wir seine Jünger sind, wenn wir lieben (Johannes 13,35). Wir wissen um die Liebe Gottes, ohne ihn zu sehen. Wenn wir aber Gott in den Menschen sehen wollen, wo sehen wir ihn am meisten? In denen, die stellvertretend für Jesus misshandelt werden, für Jesus im Gefängnis sitzen, für Jesus geschlagen werden, für Jesus versklavt werden, an Stelle von Jesus getötet werden, weil sie die Botschaft der Wahrheit weitergegeben haben. Und weil sie Jesus höhergestellt haben als ihr eigenes Wohl und Leben im Angesicht der ihnen angedrohten Leiden.

 

 

Einsatz – um Jesu willen

Wer soll die Botschaft des Evangeliums weitersagen, wenn die Botschafter umgebracht werden können, ohne dass es die Christenheit interessiert? Darauf hoffen die Verfolger, und das können die Verfolgten nicht verstehen. Jeder muss sich die Frage stellen: Kann ich Gott lieben und gleichzeitig gleichgültig gegenüber denen sein, die für ihn leiden? Ich meine nein. Wir können unseren Einsatz für die um Jesu willen Verfolgten nicht an andere delegieren. Nicht jeder kann gleich viel einsetzen, aber jeder kann etwas einsetzen – etwa durch Gebet.

Danke für Ihre Verbundenheit im gemeinsamen Dienst für die verfolgte Kirche.